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Schreibt keiner, kriegt auch niemand etwas zu lesen. Auch wenn es nun schon kurz vor Advent ist, der Kobold-Preis also schon ein paar Monate zurückliegt, habe ich mich noch einmal aufgerafft, um mir aus der Ergebnisliste und einigen Fotos einen Reim zu machen, wie die Regatta um den Kobold-Preis 2018 denn abgelaufen sein könnten. Natürlich liegt es mir dabei fern, irgend einem Teilnehmer oder einer Teilnehmerin mit meinen „Interpretationen“ zu nahe zu treten und hoffe, dass ich beim öffentlichen Nennen von Namen nicht gegen neuste Datenschutzbestimmungen verstoßen habe. Zunächst einmal, Lars hatte es schon verraten, die äußeren Bedingungen waren mal wieder gut. Dreizehn (13) + eine (moderne) H-Jolle waren am Start erschienen. Der Ob-aD, bisheriger Kommentator der vergangenen Ereignisse um den Kobold-Preis nicht, gratulierte an dem Wochenende mal wieder der Königin nein, nicht der auf dem Wasser, sondern der 92-Jährigen auf Englands Thron. Aber, ein Blick in die Ergebnisliste zeigt, auch der Königin auf dem Wasser darf man nach längerer Abwesenheit wieder gratulieren. Gemeint ist der 1964 entstandene, also immerhin auch schon 54 Jahre alte Kother-Bau. Trotz der Jahre topfit, genauso wie seine Mannschaft, Claas Lehmann und Besitzer Erich Walther, die nun zum vierten Mal (2011, 2012, 2013 und nun 2018) den «(Neuen) Kobold-Preis» mit nach Hause nehmen konnten. Und den «Kopf an Kopf-Preis» gleich mit dazu, der an das Schiff vergeben wird, welches als Sieger des spektakulärsten Zweikampfes hervorgeht. Hier behielten Claas und Erich nach einer Stunde und zehn Minuten mit lediglich 16 Sekunden Vorsprung vor der H-69-Crew, Jens und Christian Ruppert auf Lumpazi, die Nase vorn. Im letzten, dem vierten Lauf, konnten diese dann den Spieß umdrehen, und sich mit einem Sieg letztendlich auch unangefochten den Vizetitel sichern. Allerdings, mitnehmen kann man die Preise direkt nicht, denn alle Gewinner der vielen wertvollen Preise werden ja mit ihren Trophäen lediglich fotografiert, um so der Nachwelt erhalten zu bleiben. Spätestens Weihnachten kann man sich dann auf der allen Teilnehmern zugesandten Fotosammlung noch einmal bewundern. Übrigens, immer tolle professionelle Aufnahmen, die, oft zu mehreren Hunderten auf CD (früher), auf Stick (heute) gespeichert, dem Betrachter noch einmal in Gänze die Läufe vor Augen führen. Kann man auch mal kriegen, man muss nur dabei sein! Noch ein kleiner Nachtrag: Die Königin-Jungs waren in dieser Saison bei mehreren Regatten auf der Alster kaum zu schlagen: Gesamtsieger mit vielen ersten Plätzen der Känguruh-Saison von Ende April bis Mitte September jeden Mittwochabend des HSCs und einem zweiten Platz bei der Summer Classics des gleichen Clubs. 1. Gruppe: Vollholz & Holzrigg (inkl. Gaffel) Ein Alurigg hatte auch bis zu ihrem großen Umbau die H 567, Prinzzessin, von Kersten Weichbrodt. Der aber wollte es in diesem Jahr wissen eigentlich schon ein bisschen länger, nur, der anvisierte „Spargel“ aus Kohlefaser kam einfach nicht, und so musste er sich lange gedulden. Nun aber war er endlich eingebaut. Kersten hoffte dann wohl noch auf viel Wind, holte sich jedenfalls den gewichtigen und Ex-H-Jollenmeister- sowie Kobold-Preis-Dauerschotten Stefan Kriebel der durfte sich dann auch noch während der Siegerehrung über den ihm verliehenen «Schottenbold» erfreuen , auf der Delphin, H 460, des ebenfalls in diesem Jahr nicht gestarteten Joachim Ruppert an Bord und konnte immerhin im dritten Lauf, zumindest gesegelt, die Konkurrenz debütieren und zeigen, was die aufgerüstete Jolle zu zeigen imstande ist. Nur eben ... Kohlefaser, nicht Alu. Aber, die mehrfachen Gewinner dieses Preises, Georg Griesbach und Schotte Martin Merlitz auf H 566, Kennt-er-nix, zeigten sich großzügig und überließen der Prinzzessin- Crew den Glaspott. Aber Georg und Martin gingen nicht leer aus, sondern sicherten sich nach 2016 zumindest als „Helden des Mittelfeldes“ zum zweiten Mal den 2012 von der wieder einmal am Starter- und Zielpult mitschreibenden Stifterin des Preises, Hilke Reuter vom HSC, in Erinnerung an ihren unvergessenen Horst, «Horsti's Leuchtturm». Vier gaffelgetakelte H-Jollen waren am Start. Zwei, H 147, Rabauke mit Vater Heine und Tochter Amelie an Bord und H 187, Albatros, von Nils Clasen und Gabriela Kurz mit der klassischen Variante dieser Takelung, zwei mit einem die Hahnepot ersetzenden Dorn auf dem Top des Mastes. Titelverteidiger Moritz auf der H 785, Gazelle, musste sich in diesem Jahr nun der H 183 aus dem eigenen Familienstall geschlagen geben, denn unser Klassenboss Lars bekam die Sommerliebe ausgeliehen (seine Eindrücke nachzulesen an anderer Stelle) und konnte trotz höherer Gesamtpunktzahl ohne Streicher, aber mit zwei berechneten dritten gegenüber zwei vierten Plätzen mit Streicher, die schwere hölzerne Trophäe «Heilige Gaffel» in Empfang nehmen. Noch ein Wort zu Nils und Gabriela auf Albatros. Der Albatros ... geradezu Sinnbild für elegantes und schnelles Fliegen, aber: „Albatrosse sind bekannt dafür, dass sie zwar sehr gute Flieger sind, jedoch große Schwierigkeiten mit Start und Landung haben. Erst nach einem langen Startlauf hebt das große Tier ab“ (Wikipedia). Da, lieber Nils, wirst Du mit Deiner schönen H-Jolle wieder etwas mehr üben müssen, was Start und geglückterer Ziellandung angeht. Der kleinste beim Kobold-Preis zu vergebene Pokal, der «Kobold-Lehrling», soll Dich also motivieren, möglichst viel bis zum nächsten Kobold zu üben. Ein Blick in die Ergebnisliste zeigt, dass Du 2011 schon einmal dazu aufgefordert worden bist und es immerhin sechs Jahre mit entsprechenden Ergebnissen beherzigt zu haben scheinst. Also, nicht nachlassen! Warum die beiden Crews, Nils Clasen und Gabriela Kurz auf H 187 sowie Carsten Born, Kai Frese auf H 575 mit einem «Trostbold», das heißt Trostschluck, getröstet werden mussten, ließ sich aus der Ergebnisliste nicht entnehmen. Vielleicht war etwas kaputt gegangen. Dass dagegen die beiden tatsächlich extra aus Berlin vom VSaW angereisten (?) Crews Lennart Scheufler und Boris Fergg, die mit ihrer H 558, Foftein, im ersten Rennen auf einen berechnet dritten Platz reinkamen, dann aber das zweite Rennen, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu Ende gesegelt und anschließend gar nicht mehr gestartet sind, und dass auch die Dreiercrew (ob da das Gewicht wohl gestimmt haben mag?) Thorsten Kirchner, Lars-Ole Rehders und „Vaddern“ Uwe Kirchner auf der H 420, Man To Vaddern brug dat, frei übersetzt aus dem Plattdeutschen: Nun mal los, ich (Vater) brauche das!, auch die Rennen drei und vier sausen ließen bzw. nicht segeln konnten, also nicht mit einem Schluck getröstet wurden, kann von meiner Seite aus nur so interpretiert werden, dass so viele Flaschen Hochprozentiges einfach nicht zur Verfügung gestanden haben und man sich den Inhalt wenigstens geteilt hat. Hat man? Die H 420 wurde übrigens 1959 kurz und bündig auf den Namen Mücke II getauft. In der Ergebnisliste taucht ganz am Ende mit der H 853, CC (auf den Namen muss man erst einmal kommen), Stefan Kriebels erste und heutige Ex-Solo für 2, auf. Jens Cruse und Jesko Crüsemann beendeten jedenfalls keines der vier Läufe bis zum (bitteren?) Ende. Vielleicht segelten sie auch nur viermal am Ziel vorbei, da sie ja offiziell mit ihrer formverleimten Schüssel gar nicht an dieser Regatta haben teilnehmen dürfen. Da sie ihre generalüberholte und immerhin auch schon bald 30 Jahre alte (!) CC, immerhin ein immer noch aktueller Kalb-3-Riss, im dabei sein der Alt-H-Jollen- Freunde mit einer zünftigen Wiedertaufe wieder in die H-Jollen-Gemeinde zurückführen wollten, gewährte man ihnen eine Starterlaubnis. Ein bisschen H-Jollen-Geschichte an dieser Stelle: H 853 hat noch eine dreistellige Nummer. Zu den 2000er-Nummern kam es bekannterweise erst wenig später, als die ebenfalls aus dem Osten neu zur Klasse dazu gestoßenen BDS-H-Jollen in die Datenbanken aufgenommen werden und ohne dass es zu Verwirrungen wegen Doppelnummern kommen sollte. Also bekamen alle BDS-H-Jollen, die an Regatten teilnehmen wollten, nach einer Neuvermessung eine Eins (1) vor ihre Segelnummer, aus H 239 wurde so z.B. die H 1239, und alle Neubauten eine Zwei (2). Ex-Klassenboss Schomäker fing damals mit der H 2000 an. Wäre Jochen Bartels Vollholz-Filou schon gleich nach ihrem Bau 1990/91 vermessen worden, hätte die H-Jolle wohl auch noch eine dreistellige Segelnummer oder etwas später eine Eins (1) vor die Segelnummer bekommen. Da sie aber sehr viel später vermessen worden ist, taucht sie seitdem immer mit der Segelnummer H 2069 in den Ergebnislisten auf diesmal also mit Frank Hartmann als Schotte an achter Stelle in der Ergebnisliste. Ein Platz dahinter übrigens unser Obmann für Alt-H-Jollen, Sebastian Brandt, als Schotte von Till Schulze-Hagenest. Die gemeldete Segelnummer, H 251, lässt aufhorchen. Leider ist kein Bootsname angegeben, so dass ich nur spekulieren kann, ob es sich, die „Gemeinde“ wartet sehnsüchtig drauf, tatsächlich um die dann nun endlich restaurierte und berühmte Fledermaus 10, gebaut bei Vötterl im April 1952 am Starnberger See, von Julius Böhler handelt!? Wahrscheinlich war es nur eine H-Jolle aus dem Fundus von Till mit vielleicht schon neuen Segel, die Sebastian beigesteuert hat. Denn diese Meisterjolle von 1953 müsste auch mit einer zünftigen Wiedertaufe im Kreise der Alt-H-Jollen-Freunde eingeführt werden. Oder habe ich was verpasst? Zum Schluss noch etwas Erfreuliches? In den letzten drei Jahren brauchte ein Preis, der «Kenterbold», nicht vergeben zu werden. Keiner war umgekippt. Gut so! |
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